Geschichte des Löschzug Saffig

Um die vorletzte Jahrhundertwende gab es in Deutschland sehr viele Brandkatastrophen, bei denen teilweise ganze Straßenzüge vernichtet wurden. Hilfe gab es nur durch die Nachbarschaften. In den Städten entstanden die ersten Feuerwehren. Saffig besaß zu diesem Zeitpunkt einen Kriegerverein der sich um solche Belange kümmerte. Dies jedoch nicht zur vollsten Zufriedenheit, so dass die damalige Ortsverwaltung eine Pflichtwehr ins Leben rufen wollte. Landrat Peters segnete dieses Vorhaben jedoch nicht ab, da eine solche Truppe nicht unbedingt vor Ehrgeiz sprühte.

Am 11. November 1910 wurde im Lokal Johann Zäck unter dem Vorsitz des Kriegervereins eine Versammlung zu diesem Thema abgehalten. Unter Anwesenheit von Landrat Dr. Peters, Gerichtsassessor Renowski, beide aus Mayen, Bürgermeister Adams aus Andernach, Herrn Burret aus Saffig sowie Pastor Anheier wurde von 28 Personen die Freiwillige Feuerwehr Saffig gegründet. Weitere 6 Einwohner erklärten sich zur inaktiven Mitgliedschaft für 2 D-Mark im Jahr bereit. Erster Brandmeister wurde Anton Zäck, sein Stellvertreter Thomas Zerwas und das Amt des Schriftführers übernahm Johann Becker.

Bis zum heutigen Tag erklärten sich 16 Kameraden bereit den Vorsitz, sprich Wehrführer, in den 100 Jahren zu übernehmen, der Stellvertreter wechselte im gleichen Zeitraum 19 Mal und der Schriftführer 15 Mal.

Der erste Weltkrieg brachte, wie allen Orts, durch die Einziehung der jungen Männer einen Rückgang der Feuerwehrtätigkeiten mit sich. Am 5. Juli 1920 erklärten sich 6 Männer unter der Führung von Wilhelm Fuhrmann als Wehrführer und Johann Mäuser als dessen Stellvertreter bereit die Wehr wieder aufleben zu lassen.

Bereits zu dieser Zeit pflegte man die Nachbarschaftslöschhilfe. So wird in der Chronik von einer Versammlung am 12.12.1920 berichtet, wonach im Kreis ein Zuschuss beantragt werden sollte für Gerätschaften die beim Brand in Miesenheim beschädigt bzw. verloren gegangen sind.

Auch auf Ortsebene fühlte man sich nicht nur für den Brandschutz zuständig, sondern fungierte auch als Verein für das Dorfleben. Hier zwei Beispiele:

Bei einem Ball im Saale Krings im Januar 1921 fand als Abschluss eine Verlosung statt, dessen Erlös zur Erstellung des Kriegerdenkmals Verwendung fand.

Auch wurde ein Beitrag von 20 Pfennig erhoben, um die Witwe des Kameraden Fritz Krings zu unterstützen.

Ab dem 20. Juli 1921 war man Mitglied im Feuerwehrverband.

In den Folgejahren überschlugen sich die Neuerungen für die Wehrleute.

 

1920: Alarmierung nun über eine Sirene und nicht mehr über die Glocken

29.05.1928 Erste Erwähnung des Spritzenhauses neben der Kirche, ob dieses Gebäude bereits vorher als

Gerätehaus diente oder wo die Wehr bis dahin untergebracht war steht nicht niedergeschrieben.

23.06.1929 Kauf der Standarte, welche noch heute in Dienst ist, bei der Firma Richter in Köln für 125 D-Mark

21.07.1929 Gründung einer Sterbekasse. Bei einem Betrag von 20 Pfennig im Monat gab es ein Sterbegeld von

100 Mark.

10.11.1929 Erste Erwähnung eines Martinszuges

1930 Verzicht auf alljährlichen Ball damit die Kinder am Martinstag einen Weck erhalten konnten.

1931 Erwähnung eines Spielmannszuges

1933 Beitritt zur Sterbekasse des Kreises

18.07.1933 Saffig erhält die erste Motorspritze. Beschafft durch die Unterstützung des Brüderhauses zum Preis

von 1210 D-Mark bei der Firma König in Köln.

14.07.1935 Umzug ins Gerätehaus auf dem Schulhof an der Stelle der heutigen WC-Anlage

03./04.08.35 25 Jahrfeier der Feuerwehr. Am Abend fand im Saale Fuhrmann und Zäck je ein vollbesetzter Ball

statt.

1935 Erstellung der ersten Personalakte

Mit dem 4. Juli 1938 wird gemäß eines Bundeserlasses die Feuerwehr in Schutzpolizei umbenannt, bis die Tätigkeiten durch die Kriegswirren gänzlich zum Erliegen kommen. Den Brandschutz in Saffig übernimmt eine Frauenwehr unter der Leitung von Kurt Burkhard.

 

Durch die amerikanische Besetzung werden am 13. Dezember 1946 alle Geräte der Feuerwehr, welche zurzeit aus 9 Mann bestand, zerstört. Auf die Amerikaner folgten die Franzosen. Für die Wehr bedeutete dies eine weitere Einschränkung. Ab dem 19.021947 sind nur noch Brandmeister Peter Zäck, Stellvertreter Anton Heinz, Maschinist August Dommermuth und die Wehrleute Johann Gerharz und Anton Krings für das Löschwesen zugelassen. Es wird die Genehmigung erteilt neue Geräte zu beschaffen. Dies sind 100 Meter C-Schlauch, 1 Angriffswagen und ein Schlauchwagen sowie Kleinarmaturen. Ausgang des Jahres kommt noch eine Motorspritze hinzu.

Der eigentliche Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg wurde am 30. Oktober 1948 im Lokal Krings gestartet. Bei der abschließenden Verlosung gewann Willi Zäck den ersten Preis in Form von einem Paar Schuhe. Dennoch erreichte die Wehr bis Mitte 1950 nur eine Stärke von 8 Kameraden. Auf einer Versammlung am 22.04.51 legte Brandmeister Zäck sein Amt nieder, weil von den 8 Wehrleuten 50% eine Arbeit Außerorts gefunden hatten und tagsüber nicht zur Verfügung standen. Man sah auch damals dieselben Probleme wie auch heute. Erneut wurde von Bürgermeister Schröder eine Pflichtwehr ins Auge gefasst. Verbandsbürgermeister Dedenbach regte stattdessen eine Werbekampagne an. Da nicht nur Saffig von dieser Problematik betroffen war wurde das Thema auf der Verbandstagung am 10.06.1951 in Nickenich erneut aufgegriffen und am 22.07. in Form eines Propagandamarsches durch Saffig in die Tat umgesetzt. Hierbei beteiligten sich auch die Wehren aus den Nachbargemeinden. Gleiches wurde in anderen Orten, erwähnt sei hier Namedy, auch durchgeführt. Für Saffig erklärten sich daraufhin 12 junge Männer bereit der Feuerwehr beizutreten. Um die Kasse aufzubessern führte man im gleichen Jahr die erste Martinsverlosung durch.

Durch die Gründung des Spielmannszuges am 02.04.1952 unter der Leitung von Jakob Wiemer, konnte die Wehr eine Stärke von 26 Mann erreichen.

1953 wird erstmals vom Stellen eines Kirmesbaumes nach dem Krieg berichtet und auch von einem Ball am Dienstag.

Weitere Verbesserungen zeichneten sich in Saffig durch die Indienststellung der AL12 am 29.04.1956 ab. Erwähnung findet öfters die Unterstützung des MGV Liederkranzes bei Festen, so weiß der Chronist im gleichen Jahr zu berichten, dass der Kirmesdienstagball an den SC Concordia Saffig abgegeben wurde, da dieser die Einnahmen dringend benötigte und die Feuerwehr 1957 zum Zuge kommen sollte. Man erkennt, dass bereits in den frühen Jahren eine gute Zusammenarbeit der Ortsvereine gepflegt wurde. Auch berichtet er über die Probleme der Ausbildung. So mussten die Winterschulungsabende Anfang 1957 ausgesetzt werden bis das Gemeindebüro im ersten Stock des Gerätehauses wieder beheizt wurde.

Da das Brandschutzamt die alte TS verworfen hatte musste 1960, mit einem Zuschuss von 50% des Landes, eine neue Pumpe beschafft werden.

Im Rahmen des Kreisfeuerwehrtages beging Wehrführer August Dommermuth mit seiner Wehr am 23. Und 24.07.1960 das 50. Gründungfest. Unter Beteiligung von 1200 Kameraden ging ein Festzug durch den Ort.

Die Mehrzahl der heutigen Brände wäre ohne den Einsatz von Atemschutz nicht effektiv zu bekämpfen. 1962 wurden für den Löschzug Saffig 2 Pressluftatmer, wie sie damals bezeichnet wurden, in Dienst gestellt.

Meilensteine für das Löschwesen im Ort sollte das Jahr 1964 für den Wehrführer Jakob Wiemer mit seinen Mannen bringen. Am 01. Oktober hieß es alle Gerätschaften zu packen und in das neu errichtete Gerätehaus Ecke Ochtendungerstraße/In den Acht Morgen zu bringen, und am 20. Dezember wurde das erste motorisierte Fahrzeug, ein TSF auf Ford Taunus, seiner Bestimmung zu übergeben. Fast genau 3 Monate Zeit blieb den Kameraden sich mit dem Gefährt anzufreunden, als es beim Brand der Scheune Schüller in der Plaidterstraße seine Bewährungsprobe erbringen musste. Berichtet wird in diesem Zusammenhang, dass man vorab nicht zu kühn war auszusteigen, da ein freilaufender Bulle sich dem roten Fahrzeug näherte.

Getreu dem ersten Teil des Wahlspruchs „Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr“ sprang man im Jahre 1968 beim Tragen des Himmels an Fronleichnam in die Bresche. An diesem Tatbestand hat sich bis heute nichts geändert. Geändert hat sich jedoch 1969 die Ausrichtung des Kirmesballs. Wegen Teilnehmermangel entschlossen sich die Feuerwehrkameraden den Ball versuchsweise von Dienstag auf Samstag zu verlegen, was sich als voller Erfolg herausstellte.

Am 21. und 22. August 1971wurde seitens der Feuerwehr erstmals ein Parkfest durchgeführt. Eröffnet wurde es von einer Gemeinschaftsübung am Anwesen Kalt in der Friedhofstraße um anschließend, damals noch im oberen Teil des Parks, zu feiern.

Veränderte Gewohnheiten der Menschen und die Aufnahme junger Leute bewog die Wehr im Jahre 1972 die Übungen von sonntagmorgens morgens 7.00 Uhr auf Samstag 17.00 Uhr zu verlegen.

Trauriger Weise bleibt für Ausgang 1972 die Einstellung des Probebetriebes des Spielmannszuges zu erwähnen. Erst am 30.03.1974 konnte er, auf Antrag von Willi Wiemer, wieder mit 56 Jungen und Mädchen und einigen Älteren aufgenommen werden.

Mehr Personal erhielt die Wehr 1974 durch die Übernahme eines Großteils der 1973 gegründeten Klosterwehr. 3 dieser Wehrleute befinden sich noch heute in der Altersabteilung.

Die Parkfeste ermöglichten es der Wehr alle Kameraden 1975 mit blauen Uniformen auszustatten. Die Ortsgemeinde wäre hierzu nicht in der Lage gewesen. Es sollte die letzte gemeinsame Sache in der Zuständigkeit der Ortsgemeinde darstellen. Denn bereits im gleichen Jahr ging die Verantwortung durch die Gebietsreform auf die Verbandsgemeinde Andernach-Land über.

Diese Neuregelung sollte für die Wehr eine positive Veränderung bringen. Saffig sollte wegen des Brüderhauses über ein Tanklöschfahrzeug verfügen. Die Größe des damaligen Feuerwehrhauses setzte der Anschaffung Grenzen. So konnte am 06. März 1977 ein TLF 8/18 in Dienst gestellt werden. Vom ZB, welcher im gleichen Jahr in Plaidt einen neuen Standplatz fand, wurde ein weiterer TLF 8 auf Unimog-Basis in Saffig untergestellt. Leider ereignete sich schon 2 Jahre später ein Unfall mit diesem Fahrzeug und des wurde ersatzlos gestrichen.

Einen weiteren Fahrzeugwechsel leitete der TÜV ein. Der alte TSF war nach 16 Dienstjahren ein Opfer des Rostes geworden und wurde am 18.10.1980 durch ein neues TSF ersetzt.

Große Ereignisse sollte das Jahr 1985 für die Wehr bringen. Das Gerätehaus an der Ochtendungerstraße war sehr klein. Eine Handbreit Platz an den Außenspiegeln beim Einfahren in die Box war Tagesgeschäft. Ein Einsteigen in das Fahrzeug war nur dem Fahrer in der Halle möglich. Und dies auch nur durch die halb geöffnete Tür.

Nachdem die Berufsgenossenschaft das Gerätehaus moniert hatte, sollten die Zwischenwände herausgebrochen werden. Es wurde geplant und Träger gekauft. Doch noch vor dem Baubeginn erkannte man, dass es für größere Einsatzfahrzeuge zu klein bliebe. Der Verbandsgemeinderat machte sich Gedanken über einen Neubau. Aus Kostengründen wurde eine Lagerhalle der Raiffeisenbank angekauft und durch einen großen Teil an Eigenleistung von Wehrführer Peter Dötsch und seiner Mannschaft umgebaut. Nach 3 Jahren Bauzeit konnte das auch heute noch in Dienst stehende Gerätehaus in den Acht Morgen am 7. Juni 1985 seiner Bestimmung übergeben werden.

Durch die Kameradschaftskasse wurde vom RWE ein gebrauchter VW Bus gekauft und parallel zum Gerätehaus umgebaut. Leider wurde es am 04.05.1985, noch vor seiner Einweihung, Opfer eines Verkehrsunfalls. Erneut kaufte man ein gebrauchtes Fahrzeug und baute auch dieses um und konnte dies dann am 22. März 1986 einweihen.

Doch noch einmal zurück zum neuen Gerätehaus. Nach der Einweihungsfeier zog man nicht gleich mit seinen Gerätschaften um, sondern feierte zuerst vom 14. Bis 16. Juni 1985 das 75. Gründungsfest. Eine Großübung am Brüderhaus, unter Einsatz des Rettungshubschraubers aus Mendig setzte den Startschuss. Um die große Anzahl der Menschen unterzubringen baute man extra ein Zelt vor die Halle.

Eigenleistung und die Mittel der Kameradschaftskasse ermöglichten 1987 den Bau der Garage neben dem Gerätehaus als Unterstellmöglichkeit für die Bierbude und den restlichen Festbedarf. Im September des Jahres war die Wehr Ausrichter des Kirmesballes. Da keiner der damals 3 Säale mehr zur Verfügung stand, entschloss man sich, wie im Vorjahr der MGV, ein Zelt im Schlosspark aufzustellen.

Der nachwievor in Plaidt stationierte ZB-Zug erhielt im Jahre 1988 zwei neue Fahrzeuge. Eines von den alten LF 16 TS war zum Fahrschulfahrzeug umgebaut worden und wurde in Saffig untergestellt. Die Beladung blieb größtenteils im Fahrzeug und so stellte es eine große Verstärkung für die Wehr dar.

Auch ohne die direkte Zuständigkeit der Ortsgemeinde blieb der Kontakt immer auf einem hohen Stand. Dies zeigte sich am 10. Juni 1989 als der damalige Ortsbürgermeister Klaus Hoffmann für den anstehenden „Tag der offenen Tür“ aus eigener Tasche eine Fahne für den Fahnenmast auf dem Vorplatz stiftete.

Seit 1990 stellt sich die Wehr jährlich in den Dienst der Umwelt und reinigt im Frühjahr die Fluren rund um Saffig unter dem Stichwort „Umweltübung“ vom Unrat.

Eine Reihe von böswilligen Alarmen mittels der im Ort verteilten Knopfmelder im gleichen Jahr ließ die Verbandsgemeinde zu einem neuen Alarmsystem übergehen. Ab jetzt konnte die Wehr nur noch per Telefon verständigt werden, die Auslösung der Sirenen erfolgte über die Leitstelle.

Um es sich gemütlicher zu machen wurde 1991 der freie Platz hinter der Garage zu einem Grillplatz umgebaut.

Am 01.01.1992 wurde aus der VG Andernach-Land die Verbandsgemeinde Pellenz.

Saffig erhielt vom Bund einen Stromerzeuger. Um dieses 620 kg schwere Gerät zu bewegen wurde ein Geräteanhänger am 14.11.1992 seiner Bestimmung übergeben. Er ist für Großeinsätze in der Verbandsgemeinde zuständig und verfügt über entsprechendes Beleuchtungsgerät und ein Be- und Entlüftungsgerät, welches auch in der Lage ist Leichtschaum zu erzeugen.

Weitere Änderungen sollte das Jahr 1994 für Wehrführer Robert Knodt und seine Mannschaft bringen. Nach 36 Dienstjahren wurde die alte TS im Juni durch eine neue ersetzt. Im Juli rückte das TLF 8/18 in Richtung Kretz ab und Saffig erhielt im Gegenzug den gebrauchten TLF 16/25 aus Plaidt, was eine weitere Stärkung der Schlagkraft bedeutete.

Damit nicht bei jedem kleineren Alarm die Sirenen laufen mussten, wurden 8 Funkmeldeempfänger angeschafft. Heute verfügt nahezu jeder Kamerad über ein solches Gerät, so dass nur noch bei Großschadenslagen die Sirene benötigt wird.

Erneut schlug der TÜV im Jahre 1995 zu und verwarf den MTW. Dieser wurde wiederum durch ein in Eigenleistung umgebautes Gebrauchtfahrzeug in Form eines MTF-L ersetzt. Bereits ein Jahr später stand ein weiterer Fahrzeugwechsel ins Haus. Aus Kruft kam ein gebrauchtes HLF 16 und ersetzte den LF 16 TS nach immerhin 31 Dienstjahren.

Da es 1997 in Saffig keinen Saal mehr gab, richtete die Feuerwehr ihren Familienabend im Gerätahaus aus. Bereits seit 1988 wird an gleicher Stelle die Weihnachtsfeier abgehalten, so dass man im Wechsel einmal den Familienabend und im anderen Jahr die Weihnachtsfeier abhält.

Um einer Gesetzesvorlage Rechnung zu tragen wurde die Wehr ab 1998 schrittweise mit Nomexkleidung ausgestattet. Ebenfalls in dieses Jahr fällt die Erhöhung um weitere 4 Atemschutzgeräte, so dass nunmehr 8 Kameraden gleichzeitig im Einsatz sein können.

Die nächsten Großinvestitionen der Verbandsgemeinde standen 1999 in Gestalt eines neuen TSF und 2002 in Form eines neuen TLF 16/25 auf dem Plan.

Während das TSF das alte ersetzte, mussten für den neuen TLF zwei Fahrzeuge ihren Standort verlassen. Dies waren das alte TLF 16/25 und das HLF 16.

2000 stellte die Ortsgemeinde den Bau der Mehrzweckhalle fertig. Die Feuerwehr, als erster Ausrichter der Kirmes in diesem Gebäude, verband dies mit der 90-Jahr-Feier.

Seit dieser Zeit ist es auch möglich sich einmal im Monat zum Feuerwehrsport in der Halle zu treffen.

Ziemlich zu Beginn des Berichtes war von der Übergangslösung während der Wirren des 2. Weltkrieges bei der Feuerabwehr durch eine Frauenwehr die Rede. Sollte es noch bis ins Jahr 2003 dauern bis erstmals im normalen Tagesablauf 2 Frauen den Dienst in der Wehr aufnahmen.

Um den 2. Rettungsweg in der Grundschule, die Rettung von Personen im Brüderhaus oder im Verwaltungsgebäude der RWE sicher zu stellen, sollte Saffig eine neue, größere Anhängeleiter erhalten. Eine AL 16/4 erreichte im Jahr 2004 Saffig. Wegen diverser Mängel begab sich der Hersteller mehrfach ins Gerätehaus, ohne dass die Beanstandungen behoben werden konnten. Schließlich sollte die Leiter wieder zurück ins Werk, wurde allerdings beim Abtransport zum Teil vom Spediteur verloren. Dies gab schließlich den Ausschlag vom Kaufvertrag zurückzutreten und eine neue Leiter bei einem anderen Hersteller zu bestellen. Diese konnte am 01.07.2005 übergeben werden, wodurch die alte AL 12 nach 49 Dienstjahren in Rente ging. Bereits am 20. Diesen Monat war sie beim Scheunenbrand Hilgert erstmals im Einsatz.

Schon mehrfach war von der Unterstützung durch die Kameradschaftskasse in diesem Bericht die Rede. Gesetzliche Neuerungen erwogen die Verantwortlichen 2005 einen Förderverein zu gründen, in dem Inaktive Mitglieder integriert wurden. Neben der Durchführung der Feste unterstützte der Förderverein einen weiteren Schritt der Umgestaltung des Garagenbereichs. Im hinteren Teil wurde 2009 ein vorgeschriebener Atemschutzpflegeraum abgetrennt und die Garage nach vorne hin verlängert.

Da die Gesetzesgrundlage von 1998, welche zur Anschaffung von Nomex-Kleidung führte, auch beschreibt, wie lange diese Kleidung maximal nutzbar ist, wurden 2012 alle Atemschutzgeräteträger mit neuen Überhosen Typ B und Überjacken Typ HuPF 1 der Firma Viking ausgestattet. 
In den  Jahren 2013 und 2014 wurde das Gerätehaus sowohl innen, als auch im Außenbereich saniert. Hierzu wurden neue Sektionaltore eingebaut, die Decke der Fahrzeughalle mit neuer Dämmung versehen und anschließend neu gestrichen. Als Abschluss der Arbeiten wurde eine neue Beleuchtung installiert. Auch wurden die Wände und Türen mit einem neuen Anstrich versehen. Im Außenbereich wurde die Fasade auf Vordermann gebracht und die Garage verputzt. Für den Einsatzdienst gab es im Jahr 2014 ebenfalls ein Bonbon. Mit Hilfe ortsansässiger Einrichtungen und Unterstützung des Fördervereins wurde eine Wärmebildkamera Flir K50 angeschafft, welche die Arbeit der Einsatzkräfte bei unterschiedlichen Situation stark erleichtert. Die Kamera hat einen Platz im TLF gefunden, so dass sich der Angriffstrupp im Fahrzeug mit dieser ausrüsten kann und sie somit direkt in den Einsatz gebracht werden kann.

Am 19. Januar 2015 konnte der neue MTF auf Basis einer VW T5 4Motion in Dienst genommen werden. Er ersetzt den inzwischen 22 Jahre alten MTF-L. Um weiterhin den Transport von sperrigen Teilen und/oder kontaminierten Einsatzmaterialien zu gewährleisten, wurde zeitgleich ein Plateau-Anhänger mit einer Nutzlast von 1200 kg angeschafft. Dieser bildet in Kombination mit dem MTF eine adäquaten Ersatz für den ausgesonderten "LT".
Ebenfalls im Jahr 2015 konnten alle Kameradinnen und Kameraden durch die Verbandsgemeinde neue Helme des Typs Bullard H3000 in tagesleuchtgelb ausgegeben werden.
Durch private Spenden und die Unterstützung des Fördervereins konnte im Jahr 2016 das Gerätehaus mit einem Schwerlast-Regal versehen werden. Nun ist es den Kameradinnen und Kameraden möglich, verschiedenste Materialien sauber und ordentlich zu lagern. Gerätschaften, wie z.B. eine TS 8/8, die gelegentlich noch in den Einsatz kommen, sind auf Kunststoff-Paletten gelagert. Mittels eines Hochhubwagens ist es möglich, diese Paletten direkt vom Regal auf den Plateau-Anhänger zu laden. Doch auch einsatztechnisch konnte 2016 aufgerüstet werden. Neben einer Schleifkorbtrage zur patientengerechten Rettung, konnten ein Halligan- und ein TNT-Tool angeschafft werden. Eine Neuerung, welche im Rahmen einer WF-Dienstbesprechung beschlossen wurde, zeigte ebenfalls schon erste Auswirkungen. Die THL-Jacke von Watex gilt nun als Standard-Einsatzjacke neben der Atemschutzkleidung für die Wehrleute der VG Pellenz. Die ersten Kameradinnen und Kameraden wurden bereits mit dieser ausgestattet.

Verfasst von Ehrenwehrführer Robert Knodt im Jahr 2010

Aktualisiert von Martin Schleich im Jahr 2017